Schachbezirk Emscher - Lippe

Bezirksturnierordnung (Bez-TO)

Ergänzung zur Turnierordnung des SB NRW (BTO) und des SVR (VTO)

1. Geltungsbereich und Begriffsbestimmungen

1.1. Für alle Wettkämpfe und Turniere des Schachbezirkes Emscher-Lippe gilt die Turnierordnung des Schachbundes Nordrhein-Westfalen (BTO) in ihrer jeweils gültigen Fassung und die Ergänzung zur BTO des Schachverbandes Ruhrgebiet (VTO). Für alle Punkte, die nicht durch die Bezirksturnierordnung (Bez-TO) besonders geregelt sind, gelten BTO und VTO.

1.2. Unter Bezirk ist ausschließlich der Schachbezirk Emscher-Lippe zu verstehen. Der Begriff "Spielleiter" betrifft ausschließlich den Bezirksspielleiter*, im Verhinderungsfalle seine Stellvertreter.

*) Es wird zur besseren Lesbarkeit durchgängig die männliche Form verwendet, jedoch sind alle weiblichen Personen ausdrücklich mit eingeschlossen.

2. Spielbetrieb

2.1. Der Schachbezirk veranstaltet jährlich:

2.1.1. Einzelmeisterschaften

2.1.2. Mannschaftsmeisterschaften

2.1.3. Dähnepokalmeisterschaften

2.1.4. Blitzeinzelmeisterschaften

2.1.5. Blitzmannschaftsmeisterschaften für Vierer-Mannschaften

2.1.6. Pokalmeisterschaften für Vierer-Vereinsmannschaften

2.1.7. Jugend- und Schülermeisterschaften, die durch eine Jugendordnung geregelt sind

2.2. Der Vorstand kann weitere Wettkämpfe oder Turniere beschließen, u.a. auch Damen - oder Seniorenmeisterschaften.

2.3 Die Mannschaftskämpfe werden in folgenden Klassen durchgeführt: Bezirksklasse (BK) – Kreisliga (KL) – Kreisklasse (KK)

2.3.1 In der untersten Klasse kann mit Vierer- bzw. Fünfer-Mannschaften gespielt werden. Dies ist vor der Saison allen Vereinen rechtzeitig auf der Jahreshauptversammlung (JHV) anzukündigen.

2.4 Die Terminregelung und die Auslosung für die Mannschaftsmeisterschaft erfolgt durch die Bezirksspielleitung. Alle übrigen Termine werden von der Spielleiterversammlung der Vereine, die rechtzeitig vor Saisonbeginn stattfindet, festgelegt.

2.5 Der Meister der obersten Spielklasse im Bezirk steigt in die Verbandsbezirksliga (VBL) auf. Weitere Aufstiege in die VBL richten sich nach der jeweils gültigen VTO des SVR.

2.6 Der Erste jeder Spielklasse des Bezirks steigt grundsätzlich auf, der Letzte (außer in der untersten Spielklasse) grundsätzlich ab. Der Spielleiter gibt auf der Vereinsspielleitersitzung vor Saisonbeginn weitere Auf- und Abstiegsregelungen innerhalb des Bezirks bekannt.

2.6.1 Bei Gleichstand in den insgesamt erzielten Mannschaftspunkten ergibt sich die Reihen-folge auf allen Plätzen aus der Zahl der insgesamt erzielten Brettpunkte. Tritt auch nach Brett-punkten Gleichstand ein, gibt das Ergebnis der betroffenen Vereine untereinander (nötigen-falls nach Berliner Wertung) den Ausschlag. Führt auch das zu keinem Ergebnis, wird ein Stichkampf bzw. eine Stichkampfrunde nach BTO ausgetragen, sofern es sich um Auf- oder Abstieg handelt.

2.6.2 Bei diesen Stichkämpfen hat jeweils die Mannschaft Heimrecht, die in der Saison als Gastmannschaft bei dem jeweiligen Gegner angetreten ist. Bringen die Stichkämpfe (nöti-genfalls nach Berliner Wertung) keine Entscheidung, wird durch die Spielleitung eine Los-entscheidung herbeigeführt.

2.6.3 Wenn bei Gleichstand in den Mannschaftspunkten einer der betroffenen Mannschaften ein kampfloser Sieg (acht Brettpunkte durch Nichtantritt oder Spielleiter-Entscheid) enthalten ist, werden sowohl diese Brettpunkte als auch die von den punktgleichen Mannschaften gegen denselben Gegner nicht mit eingerechnet.

2.7 Die Bedenkzeit bei den Mannschaftsmeisterschaften beträgt 2 Std./40 Züge + 1 Std. für den Rest der Partie.

2.8 Das Spieljahr beginnt in der Regel am 01.09. eines jeden Jahres. Abweichungen werden vom Spielleiter auf der JHV bekanntgegeben.

 

Einzelmeisterschaften

3. Durchführung

3.1 Der ausrichtende Verein entscheidet im Einvernehmen mit dem Spielleiter über die Turnierform.

3.2 Die Durchführung von Schüler- und Jugendturnieren obliegt der Jugendorganisation.

4. Teilnehmer

4.1 Alle Spieler, die im Deutschen Schachbund gemeldet sind, dürfen an der Bezirkseinzelmeisterschaft teilnehmen.

4.2 Der Spieler, der in einem Verein des Bezirks aktiv gemeldet ist und in dem Turnier die beste Platzierung erreicht, wird Bezirksmeister und qualifiziert sich für die Verbandseinzelmeisterschaft. Analoges gilt für den Bezirksvizemeister.

5. Austragungsmodus

5.1 Das Turnier beginnt zu Anfang des Kalenderjahres und muss vor Beginn der Verbandseinzelmeisterschaft im gleichen Jahr beendet sein. Abweichungen werden von der Bezirksspielleitung in Absprache mit dem Ausrichter festgelegt und rechtzeitig durch Ausschreibung bekanntgegeben.

5.2 Abweichungen vom Spielplan (Partieverlegungen) sind in Ausnahmefällen und nur mit Genehmigung der Turnierleitung möglich.

5.3 Fehlt ein Teilnehmer zum zweiten Male während des Turnieres unentschuldigt, wird er vom Turnier ausgeschlossen und verliert die Berechtigung zur Teilnahme an sämtlichen Ein-zelmeisterschaften des nächsten Jahres.

5.4 Das Turnier muss mindestens vier Wochen vor Beginn ausgeschrieben sein. Die Turnierleitung kann Reuegeld erheben.

5.5 Im übrigen gelten die Bestimmungen der BTO und VTO analog.

6. Dähne- und Viererpokalmeisterschaften

6.1 Dähnepokal: Teilnahmeberechtigt sind alle aktiv gemeldeten Spieler des Bezirkes. Das Turnier soll in der ersten Runde geschlossen stattfinden. Der Ausrichter stellt das Spielmaterial.

6.2 Meldeschluß für die erste Runde ist spätestens 30 Minuten vor Spielbeginn. Spielbeginn ist um 19.00 Uhr.

6.3 Soweit sich für die Turnierform nach Punkt 6.1 keine Veranstalter finden lassen, wird das Teilnehmerfeld auf 32 begrenzt.

6.3.1 Jedem Verein steht dann ein Freiplatz zu. Die restlichen Plätze werden nach DWZ-Bestenliste vergeben.

6.3.2 Meldeschluß ist der 01.09. des Jahres, soweit nicht auf der Spielleitersitzung ein anderer verbindlicher Termin festgelegt worden ist.

6.3.3 Der zuerst geloste Spieler ist Gastgeber und spielt mit den schwarzen Figuren.

6.3.4 Gespielt wird am Spieltag des gastgebenden Vereines ab 19.00 Uhr.

6.4 Bei Remis-Ausgang werden zwei Fischer-Blitzpartien (3 min + 2 s Inkrement) mit wechselnden Farben ausgetragen. Ergibt sich nach den zwei Partien wieder Gleichstand, so wird bis zur ersten Gewinnpartie mit wechselnder Farbverteilung weitergeblitzt.

 

6.5 Die Bedenkzeit bei Dähne- und Viererpokal ist Fischer-Mittel (100 min / 40 Züge +
50 min für den Rest der Partie + 30 s für jeden Zug von Beginn an).

 

6.6 Geht eine Viererpokalbegegnung 2:2 aus und bringt auch die Berliner Wertung keine Entscheidung, werden zwischen den beiden Mannschaften vier Blitzpartien nach Fischer-Modus (3 min + 2 s Inkrement) gespielt. Ist auch dann (nötigenfalls nach Berliner Wertung) noch keine Entscheidung gefallen, losen die beiden Mannschaftsführer den Sieger aus.

7. Blitzeinzelmeisterschaften

7.1 Es werden Fischer-Blitzpartien (3 min + 2 s Inkrement) gespielt.

7.2 Teilnahmeberechtigt sind alle gemeldeten Spieler/Spielerinnen des Bezirkes.

7.3 Die Vorausscheidung wird von der Spielleiterversammlung eingeteilt. Für das Finalturnier qualifizieren sich 20 Teilnehmer. Die Zahl der Qualifikationsplätze richtet sich jeweils nach der Zahl der Aktiven für den jeweiligen Vorausscheidungsbereich. Grundlage ist die Aktiven-zahl zum Saisonbeginn. Der Titelverteidiger ist für das Finalturnier vorberechtigt. Der gastgebende Verein hat einen Freiplatz.

7.4 Fehlt ein für das Finale qualifizierter Spieler unentschuldigt, wird er im folgenden Spieljahr von der Teilnahme an der Blitzeinzelmeisterschaft ausgeschlossen.

7.5 Austragungstermine und -orte werden alljährlich neu von der Bezirksspielleitung in Zusammenwirken mit den von der Spielleiterversammlung gewählten gastgebenden Vereinen bestimmt.

 

8. Übrige Turniere

8.1 Die Turnierbedingungen für die übrigen, jährlich zu veranstaltenden Turniere (z.B. Blitzmannschaftsmeisterschaften) werden jeweils vor Beginn der Wettbewerbe rechtzeitig auf der Homepage des Bezirks bekanntgegeben. Zusätzlich lädt der Ausrichter die Vereine des Bezirks per Email ein. Der Austragungsmodus kann vorher auf der Spielleiterversammlung geregelt werden.

8.2 Für alle Meisterschaften des Bezirkes können Sach- oder Geldpreise ausgesetzt werden.

8.3 Die Sieger der einzelnen Turniere führen für ein Jahr den Titel "Meister des Schachbezirks Emscher-Lippe".

9. Blitztunierordnung

9.1. Es gilt die Turnierordnung für Blitzschach für den Bereich SB NRW (Regeln für Blitzpartien im Fischer-Modus (3 min + 2 s Inkrement) in der jeweils gültigen Fassung).

10. Bußen

10.1 Die Bußen auf Bezirksebene betragen:

10.1.1 bei unvollständiger Berichterstattung oder verspäteter Eintragung der Ergebnisse im Vereinsportal (bis spätestens 14 Uhr am Tag nach dem Mannschaftskampf) 10 €

10.1.2 nach 10.1.1 im Wiederholungsfalle in der laufenden Saison 15 €

10.1.3 bei Nichtantreten einer Vereinsmannschaft bis zu 80 €

10.1.4 bei Aufstellung eines in der betreffenden Klasse oder Mannschaft nicht oder nicht mehr spielberechtigten Spielers 15 €

10.1.5 bei Nichtantreten eines Spielers zu einem Mannschaftskampf 10 €

10.1.6 bei Zurückziehen einer Mannschaft nach der Auslosung je ausgefallene Runde
15 €, mindestens jedoch 40 €

10.1.7 bei sonstigen groben Regelwidrigkeiten oder unsportlichem Verhalten bis zu 80 €

10.1.8 bei schriftlicher Anmahnung einer nicht fristgerecht gezahlten Buße 10 €

 

11. Einsprüche und Proteste

11.1. Es gelten BTO und VTO. Protestinstanz auf Bezirksebene ist der Bezirksspielausschuß.

 

12. Inkrafttreten

12.1 Diese Turnierordnung tritt erstmals am 17.05.1977 in Kraft. Ergänzungen bzw. Änderungen wurden auf den Jahreshauptversammlungen (JHV) 1982, 1984, 1985, 1994 und folgende JHV durch Beschluß genehmigt. Im März 2003 wurde redaktionell der Bußgeldkatalog nur noch in €-Angaben angegeben.

Die Bezirks-TO wurde im März 2018 überarbeitet, den neuesten Bestimmungen der BTO und VTO angepasst und am 08. Mai 2018 von der JHV des Bezirks angenommen.

 

gez. Peter Kruse, Gladbeck, den 18.07.2018